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Eine kleine Einführung: Weltweit haben bereits ca. 4,3 Mrd. Menschen, also etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, Zugang zum Internet. Jeden Tag kommen fast 1 Mio. Menschen dazu. Gleichzeitig sind bereits fast 30 Mrd. Geräte mit dem Internet verbunden und schicken Daten um die ganze Welt. Das Internet hat das Leben für viele Menschen sehr vereinfacht und bietet zahlreiche Möglichkeiten, die zuvor nicht vorhanden oder mit größeren Anstrengungen verbunden waren. Heute können wir einfach, schnell und äußerst kostengünstig miteinander kommunizieren, durch die ganze Welt navigieren, Informationen und Wissen sammeln, Musik und andere digitale Inhalte genießen, gemeinsam an Projekten arbeiten und noch vieles mehr - und das alles über Länder- und Kontinentsgrenzen hinweg, zu jeder Tages– und Nachtzeit. Mithilfe des Internets lassen sich auch eine Menge Ressourcen einsparen. Zum Beispiel können Geschäftsreisen durch Videotelefonie oder DVDs durch Videostreaming oder Downloads ersetzt werden. Der niederschwellige, also einfache und ständig bereitstehende, Zugang zu Online- Inhalten führt jedoch zu Reboundeffekten. Das bedeutet, dass Einsparungen von Energie und Ressourcen nicht mit einem geringeren Verbrauch einhergehen - der Verbrauch steigt im Gegenteil, oft an anderer Stelle, an. Wurden im Jahr 2015 noch rund 600.000 Petabyte versendet, so werden es 2020 bereits weit über 2 Mio. Petabyte sein, die sich durch die Internet-Infrastrukturen bewegen. 1 Petabyte sind übrigens 1 Mio. Gigabyte. Dieser Zuwachs der Datenmenge, der in absehbarer Zukunft noch weiter ansteigen wird, hat fatale Auswirkungen auf den Energiebedarf und die Bereitstellung dieser Energie. Der Stromhunger wächst nämlich mit der steigenden Zahl an Daten, die bewegt werden. Dies führt zu höheren Kosten für die Anbieter und Inhaber der Rechenzentren, was auch die Kunden mittragen.
Zudem beeinflusst der steigende Stromverbrauch des Internets die Umsetzbarkeit der Energiewende, also die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energiequellen, negativ. Der Großteil unserer Energie, 75,7 %, wird immer noch aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Das Internet verursacht mit seinem Anteil am Stromverbrauch gewaltige Mengen an Treibhausgas- Emissionen. Während klassische Energieverbraucher und Umweltverschmutzer wie die Automobilindustrie oder technische Geräte wie Kühlschränke als Klimasünder immer mehr ins Auge der Öffentlichkeit geraten und Regulierungen unterworfen sind, wird oft übersehen, dass der Datenverkehr im weltweiten Netz ebenfalls zu einem bedeutenden Energieverbrauchsfaktor angewachsen ist. Der Energieverbrauch von einer Suchanfrage bei Google benötigt bspw. soviel Energie wie das Kochen von Wasser für eine Tasse Tee. 75,7 % fossile Brennstoffe
24,3 % aus erneuerbaren Quellen
Auf dem Weg der Daten wird aber an jeder Stelle Strom benötigt. Wie viel Strom genau, ist laut Wissenschaftler*Innen schwer zu eruieren, denn jedes Datenpaket nimmt einen anderen Weg und passiert etliche Server, die unterschiedlich energieeffizient sind. Es gibt zudem nur begrenzt verlässliche Informationen darüber, wie viel Strom Datenzentren tatsächlich benötigen. Die Unternehmen geben diese Informationen nicht gerne preis - erst recht nicht große Player auf dem Gebiet. In einer Studie wird die Datennutzung im Internet auf 241 Billionen GB im Jahr geschätzt (Stand 2011). Für einen GB Daten werden somit ca. 5,12 kWh an Strom benötigt. Damit könnte man sich fünf Stunden lang die Haare föhnen (Föhn mit einer Leistung von 1000 Watt). Schwierig ist aber nicht nur die Berechnung des Stromverbrauchs, sondern auch, wie viel CO2 dabei freigesetzt wird, denn jedes Unternehmen versorgt seine Rechenzentren mit Strom aus unterschiedlichen Energiequellen. Wer zum Beispiel die Rechenzentren von Apple nutzt, bspw. durch iCloud, ist relativ „grün“ unterwegs, da diese zu ca. 90% mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.Im Vergleich dazu liegt der Anteil bei Amazon unter 18 % (laut dem Clicking Green Report von Greenpeace, 2018). Es wird viel getan, um Rechner immer energieeffizienter zu gestalten. Anbieter von Rechenzentren können mit Effizienzsteigerungen Stromkosten beim Betrieb ihrer Anlagen sparen. Aber auch wenn die Energieeffizienz der Rechner stetig steigt, so kann sie mit dem steigenden Strombedarf nicht mithalten. Der Strombedarf des Internets könnte bereits im Jahr 2030 den Strombedarf der gesamten Welt heute übersteigen.
Wie funktioniert das Internet? Das Internet ist ein weltumspannendes Netzwerk, dass aus mehreren kleineren Netzwerken, die miteinander verbunden sind, besteht. Um „online“ sein zu können, muss - sehr vereinfacht beschrieben - ein digitales Endgerät, wie bspw. ein Laptop , mit dem Netz eines ISP (Internet Service Provider) verbunden sein. Dieses Netz ist wiederum verbunden mit einem großen Internet-Knotenpunkt. Diese großen Knotenpunkte verbinden die kleineren Netze der ISP´s miteinander. Der größte Knotenpunkt, zumindest gemessen an der Datenmenge, die dort weitergeleitet wird, befindet sich in Frankfurt am Main, der DE-CIX . Möchte man zum Beispiel einen Film auf Netflix anschauen, so geht die Datenanfrage des Endgeräts in Form von „Datenpaketen“ über einen DNS (Domain Name Server), der den Standort der angefragten Dateien identifiziert, über diverse Rechenzentren und Knotenpunkte hin zu dem Server, auf dem die Filmdaten liegen. Von dort kommen die Datenpakete wieder zurück auf das Endgerät. Diese Pakete nehmen dabei unterschiedliche Wege und werden erst am Endgerät wieder zusammengesetzt.
Jede Handlung im Internet benötigt an irgendeiner Stelle Strom - die größten Treiber sind Cloud Computing, Streaming und „Smart“ Devices. Cloud: Seit Jahren findet eine massive Verlagerung von Dienstleistungen in die Cloud statt. Das bedeutet, dass immer mehr Unternehmen ihren Kunden die Möglichkeit geben, Daten in ihren Serverfarmen abzulegen. Beispielsweise werden bei iCloud, Dropbox oder Google Drive die Daten - Fotos, Videos, Dokumente oder Mails - von einem Gerät über das Internet auf die Rechner des jeweiligen Anbieters hochgeladen. So ist es möglich, mit jedem Gerät überall Zugriff auf seine Daten zu haben und dabei Speicherplatz auf dem eigenen Gerät zu sparen. Die Filme und Serien von Netflix beispielsweise befinden sich ebenfalls auf Servern, auf die die Kunden dann Zugriff haben. Die oft riesengroßen Rechenzentren machen den rasanten Datenverkehr rund um die Uhr überhaupt erst möglich. Neben dem immensen Stromverbrauch ist aber auch die Datensicherheit ein Thema, da man den Anbietern von Cloud-Services durch die Nutzung teilweise weitreichende Befugnisse erteilt. Mehr zum Thema Datenschutz gibt es unter www.cryptoparty.in "Smart" Everything: Alles um uns herum soll „smart“ werden. „Smart“ heißt in den allermeisten Fällen allerdings nur, dass das betreffende Gerät mit dem Internet verbunden ist und somit Daten senden und empfangen kann. Bekannterweise ist das aus Datenschutzgründen, bei all den vermeintlichen Vorteilen, die diese „smarten“ Geräte mit sich bringen, äußerst bedenklich. Weniger bekannt ist, dass die „Versmartung“ auch gewaltige Auswirkungen auf die Energiebilanz haben wird. Während Cloud Computing und Streaming sich bereits in vielen Bereichen einigermaßen etabliert haben, ist die Vernetzung unserer Geräte und Wohnumgebungen erst am Anfang, aber umso dramatischer. Nicht nur, weil im Internet Strom durch Geräte verbraucht wird, die zuvor auch ohne Internetverbindung ihre Dienste verrichteten, sondern weil dadurch selbst simple Geräte plötzlich mit Sensoren, Mikrochips etc. ausgestattet werden. Somit sind sie schwerer zu reparieren, benötigen mehr Energie in der Produktion und auch mehr Rohstoffe sowie seltene Erden werden benötigt. Zum Beispiel: Smart Cars gibt es bereits. Sie sind mit etlichen Sensoren ausgestattet und versorgen den Hersteller mit Daten. Pro Tag sendet und empfängt ein solches Auto gewaltige Mengen an Daten (bis zu 25 GB pro gefahrener Stunde), um Assistenzsysteme wie Spurhaltesysteme zu ermöglichen. Ein völlig autonom fahrendes Auto würde noch wesentlich mehr Daten erzeugen und empfangen. Hier spricht man von bis zu 4000 GB pro Tag (250 GB pro gefahrener Stunde). Streaming: Videostreaming ist in den USA bereits für mehr als 70 % des privaten Datenverkehrs verantwortlich und für 15 % des globalen Data Traffics. Dabei nutzt Netflix zum Beispiel die Server von Amazon, die, laut dem Green Clicking Report 2018 von Greenpeace, nur zu einem geringen Anteil mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Film- und Videodateien sind wesentlich größer als Audiodateien. Beim Streamen werden die Daten dann nur für die Zeit ihres Konsums auf dem Endgerät angezeigt. Will man den Film bei einem Streaminganbieter noch einmal sehen, muss die Datenmenge noch einmal geladen werden, was bedeutet, dass ein weiteres Mal Strom verbraucht wird. Einen Film zu streamen ist im direkten Vergleich zum Kauf einer DVD mit demselben Film natürlich wesentlich klimafreundlicher. Die DVD muss ja produziert, verpackt, gelagert und versendet werden. Doch durch Streamingdienste, in der Regel Aboangebote, hat sich das Nutzungsverhalten der Menschen gewaltig verändert. So haben heute wesentlich mehr Menschen Zugang zu einer Vielzahl von Musik, Filmen und anderen digitalen Inhalten. Rund um die Uhr und ohne Mehrkosten sind diese überall verfügbar. Dies führt zu einem erheblichen Mehrkonsum. Digitale Inhalte werden also wesentlich häufiger, länger und von mehr Menschen konsumiert als gäbe es diese nur als DVD oder CD. Das Konsumverhalten ändert sich eklatant, was zu Reboundeffekten führt.
Strompreis: Der steigende Bedarf an Strom könnte Auswirkungen auf den Strompreis haben (Angebot und Nachfrage), vor allem wenn der Anstieg des Energiebedarfs tatsächlich so stark sein wird wie prognostiziert. Höhere Preise von Waren oder Dienstleistungen, die die grundsätzlichen Bedürfnisse von Menschen befriedigen, haben die größten (negativen) Auswirkungen bei einkommensschwachen Haushalten. Auf Strom kann man eben auch schwer verzichten. Und weil so viel an der Elektrizität hängt, würde ein höherer Strompreis ja auch höhere Preise für andere Waren bedeuten, denn die Industrie und die Landwirtschaft betreiben ihre Produktionsstätten ebenfalls mit Strom. Reboundeffekte: Digitale Angebote ersetzen nur bedingt analoge, vermeintlich klimaschädlichere Angebote, um Ressourcen einzusparen und zu einer klimafreundlicheren Zukunft beizutragen. Einen Film zu sehen ist durch das Internet sehr simpel geworden, bedenkt man den früheren Aufwand, um eine Videokassette zu kaufen, oder zu einer bestimmten Zeit ins Kino zu gehen. Anstatt einen Film am Tag zu sehen, ist es nun möglich, zu jeder Zeit und überall Filme, Videos oder Musik zu streamen. Beobachtet man sein Umfeld, sieht man Menschen in Bussen, Zügen oder im Wartezimmer, wie sie Videos schauen oder Musik über Spotify hören. Dieser Mehrkonsum führt dazu, dass die Einsparungen an Ressourcen, dadurch, dass bspw. keine DVD hergestellt werden muss, hinfällig werden. Der Stromverbrauch durch das ständige Streaming von Inhalten führt so insgesamt zu einem wesentlich höheren Ressourcenverbrauch als es bei der Herstellung und Nutzung einer DVD der Fall wäre, nur an anderer Stelle. Energiewende: Solange der Strom nach wie vor überwiegend aus nicht regenerativen Quellen kommt, wird jedes Mal, wenn wir online sind, CO2 ausgestoßen. Die Infrastruktur des Internets benötigt aber, weil immer mehr Menschen und Geräte immer mehr Daten generieren, stetig mehr Strom und diese Bedarfssteigerung steht einer Energiewende hin zur Nutzung von 100 % regenerativen Energiequellen im Wege. Selbst wenn man das Internet aus 100 % regenerativen Stromquellen betreiben könnte, führt allein die bereits erwähnte, anzunehmende Steigerung des Stromverbrauchs dazu, dass bedeutend mehr Solaranlagen, Wind- und Wasserkraftwerke gebaut werden müssen, was einen enormen Verbrauch von Ressourcen nach sich zieht. Diese für Kraftwerke verwendeten Rohstoffe kann man nach der Überschreitung ihrer Lebensdauer übrigens auch schwer bis gar nicht wiederverwerten.
Was kann man tun, um den Energiehunger der vernetzten Welt Einhalt zu gebieten? Es gibt viele Optionen, die von Politik und Unternehmen ergriffen werden können, aber auch Designer*Innen und jede/r Bürger*In kann einen Beitrag leisten, um die digitale Welt so umzugestalten, dass sie den Menschen nachhaltigere Möglichkeiten bietet. Auf politischer Ebene kann über Regulierungen, zum Beispiel in Form von Emissionsobergrenzen, nachgedacht werden, ähnlich wie es sie in der Luftfahrt- Auto- oder Chemieindustrie bereits gibt. Die IT Unternehmen können sich aktiv darum bemühen, ihre Dienstleistungen nachhaltiger zu gestalten, hier sind die Designer*Innen beziehungsweise auch deren Ausbildungsstätten gefragt. Würden Websites, Apps, etc. so gestaltet, dass sie weniger Datenvolumen verbrauchen, wäre schon viel getan. Jede/r Einzelne kann auf mehreren Ebenen dazu beitragen, das Internet ein wenig klimafreundlicher zu machen. Weil das Problem bis dato in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, ist die Verbreitung des Themas der erste Schritt. Seine eigenen Gewohnheiten bei der Nutzung von Inhalten aus dem Internet zu hinterfragen und möglicherweise zu verändern, tut nicht nur dem Klima gut, sondern trägt darüber hinaus wahrscheinlich auch zu mehr persönlichem Datenschutz bei. Im Folgenden werden Handlungsoptionen aufgelistet, die sich auf die persönliche Nutzung beziehen (hier auch als PDF zum Download): Neue Handys: Neue Geräte haben in der Regel schon derart hohe Kameraauflösungen, dass die Qualitätsunterschiede vom menschlichen Auge nicht mehr erfasst werden können. Mehr Auflösung bedeutet aber eine höhere Datenmenge und beim Hochladen oder Versenden einen unnötig höheren Energieverbrauch. Handlungsoption: Normalerweise benötigt man für ein Foto, das man versendet, nicht die höchste Auflösung, denn man wird es eher selten auf einem größeren Bildschirm betrachten oder es ausdrucken. Daher ist es in solchen Fällen sinnvoll, in den Kameraeinstellungen die Qualitätsstufe herabzusetzen. Niedriger aufgelöste Fotos oder Videos sind „kleiner“ und verbrauchen nicht so viel Energie. Cloud Computing: In der Cloud speichern und arbeiten ist mittlerweile allgegenwärtig, einfach und günstig, oft sogar gratis. Aber Daten, die nicht auf der eigenen Festplatte liegen, werden bei jeder Verwendung geladen, was Strom verbraucht. Handlungsoption: Gerade, wenn man gemeinsam an Daten arbeitet oder mit Freunden und Familie Fotos o.ä. teilt, macht die Verwendung von Cloud- Diensten Sinn. Auch, wenn es um Backup- Speicherung geht, sind Clouds geeignet. Komprimierungstools reduzieren die Datenmenge und damit den Strombedarf einzelner Dateien, außerdem schafft man sich mehr Speicherplatz („Zippen“). Was nicht auf die Cloud muss, sollte auf der eigenen Festplatte bleiben, auch wegen Datenschutzbedenken. Nachrichten: Nachrichten versenden fällt nicht wirklich ins Gewicht. Textdaten sind sehr klein, sobald aber Fotos oder Videos versendet werden, steigt der Energiebedarf. Das Gleiche gilt für Mails, hier werden oft im Anhang Daten unnötig hin und her geschickt. Und auf die Menge kommt es an! Alle Spam Mails, die in einem Jahr versendet werden, erzeugen so viel CO2- Ausstoß wie 1,6 Mio. Autos! Handlungsoption: Bei Nachrichten gilt es, unnötigen Ballast zu vermeiden. Bei Mailkonversationen wird oft der ganze Anhang vor und zurück geschickt. Bereinigt man diesen, so verringert sich auch die versendete Datenmenge. Bei Textnachrichten kann man die Dateigröße von Fotos oder Videos dadurch verringern, indem man diese erst gar nicht mit der höchsten Kameraauflösung aufnimmt. Music Streaming: Musik streamen ist eine tolle Sache. Noch nie hatte man auf eine derart diverse Palette von musikalischen Werken Zugriff, wie heutzutage. Doch wer streamt, ladet stetig Inhalte aus dem Internet. Das verbraucht Daten und Energie. Handlungsoption: Musik streamen ist großartig, aber meist muss man nicht die höchste Qualität eingestellt haben (Mehr Qualität = mehr Daten und mehr Energie). Außerdem ist es sinnvoll, die Lieblingsmusik, die man öfter als nur einmal hört, herunterzuladen, denn sonst benötigt man unnötig viel Datenvolumina für immer die gleichen Songs. HD Illusion: Hoch auflösende Geräte wie 4K Fernseher oder sogar schon 8K Fernseher (8x so hochauflösend wie Full HD) bieten Bildqualitäten, die vom menschl. Auge nicht mehr wahrgenommen werden können. Höher auflösende Bilder bedeuten aber auch mehr Daten und mehr Strom. Handlungsoption: Ob es überhaupt noch wahrnehmbare Unterschiede bei derart hohen Auflösungsraten gibt, ist fraglich. Sinnvoll sind solche Auflösungen für den normalen Gebrauch sicher nicht, man kann also bei der Neubeschaffung eines Gerätes durchaus auf die weniger hochauflösende und günstigere Variante setzen. Vdeo Streaming: Filme oder Serien streamen boomt gewaltig. In den USA ist Netflix bereits für mehr als die Hälfte des Datenverkehrs verantwortlich. Beim Streamen laden wir stetig Daten aus dem Internet und verbrauchen dadurch Energie. Handlungsoption: Es kommt immer auf die Nutzung (und auch auf die Qualität) an. Wenn man einen Film einmal sieht und dann nie wieder, dann ist Streaming sinnvoll und die nachhaltigste Option. Den Lieblingsfilm, der ein paar Mal im Jahr abgespielt wird, ladet man sich am Besten auf die eigene Festplatte, damit er nicht jedes Mal neu geladen werden muss. Am Besten, man schaut gemeinsam mit Freunden oder Familie oder man teilt sich Festplatten mit entsprechenden Inhalten. Online Paradigma: Ständig online sind unsere Endgeräte, denn das Betriebssystem, offene Anwendungen und im Hintergrund laufende Programme stehen oft unbewusst in Kontakt mit Rechenzentren. Handlungsoption: Auch Hintergrundaktivitäten von Apps und Programmen kann man in den Einstellungen der Endgeräte kontrollieren. Um sehen zu können, welche Aktivitäten im Hintergrund (oder auch im Vordergrund) laufen, kann man sich einen Traffic Monitor herunterladen, zum Beispiel GlassWire. Berechtigungen: Berechtigungen für Apps sind oft der Grund, dass im Hintergrund etwas passiert. Betreiber von Apps sind in vielen Fällen abhängig von Daten, die über unser Nutzerverhalten gesammelt werden. Dieses Daten- Sammeln ist aber ein weiterer Faktor für unnötigen Energieverbrauch. Handlungsoption: In den Einstellungen unter „Berechtigungen“ kann man kontrollieren und einstellen, welche App auf welche Daten zugreifen darf. Beschäftigt man sich damit, beeinflusst man nicht nur den Datenverkehr selbst, sondern kümmert sich auch um den eigenen Datenschutz. Nähere Infos zu Datenschutz gibt es überigens unter anderen bei www.cryptoparty.in Smart Devices: Smart ist das neue Zauberwort. Doch was „smart“ ist, ist auch ständig im Netz und datenhungrig. Das heißt, der neue „smarte“ Kühlschrank verbraucht nun nicht mehr nur zum Kühlen Strom, sondern auch in der Internet- Infrastruktur. Handlungsoption: Beim Kauf von neuen Geräten ist man gut beraten, darüber nachzudenken, ob es wirklich die vermeintlich „smarte“ Variante braucht. Der Energieverbrauch ist dabei nur ein Problem von vielen. Die gesammelten Daten landen ja auch bei den Betreibern dieser Geräte und werden analysiert. Außerdem, ein Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, kann auch gehackt werden, ein „Dummes“ nicht. Notifikationen: Benachrichtigungen, die uns auf eine neue Nachricht hinweisen, können sehr nützlich sein. Aber selbst diese standardmäßige Einstellung verbraucht Strom und Daten, weil das System jederzeit nach neuen Benachrichtigungen Ausschau hält. Handlungsoption: In den Einstellungen des Endgeräts lässt sich festlegen, welche Programme Push Benachrichtigungen tätigen dürfen und welche nicht. Oft lässt sich auch das Intervall einstellen, mit dem die Apps nach neuen Nachrichten suchen dürfen. Nicht ständig und sofort erreichbar zu sein, sorgt nicht nur für die eigene Entspannung, sondern verringert auch den Strombedarf. Suchmaschinen: Suchmaschinen sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Und auch wenn eine Suchanfrage gar nicht so viel Strom verbraucht, so ist die Menge an (vor Allem oft unnötigen) Suchanfragen, die wir im Laufe der Zeit tätigen, entscheidend. Handlungsoption: Suchmaschinen sind natürlich sehr sinnvoll, aber die Nutzung ist entscheidend. Muss man wirklich ganz dringend just in dem Moment wissen, wie der Staatspräsident von Uruguay heißt? Wenn Ja, dann kann man ganz einfach auch alternative Suchmaschinen befragen, z.B. ecosia.org – Bei jeder ~45en Anfrage wird ein Baum gepflanzt. Oder startpage.com – Hier werden keine Nutzerdaten gesammelt. Werbung: Werbung ist im Internet allgegenwertig. Nur, wenn ungewollte Inhalte geladen werden, wirken die sich auch auf den Energieverbrauch aus. Handlungsoption: Adblocker sind auch Datenblocker und schonen damit den Strombedarf, denn die unerwünschten Inhalte werden gar nicht erst geladen. Empfehlenswerte Adblocker: Blokada (Android) uBlock Origin (Nur Firefox) Privacy Badger
Tabs: Offene Tabs im Browser sind für viele selbstverständlich. Doch die offenen Websites laden oft im Hintergrund neue Inhalte bzw. Werbung. Das wirkt sich negativ auf die Rechenleistung und den Energieverbrauch aus. Handlungsoption: Viele offene Tabs verbrauchen Daten und Strom und verringern auch die Leistung des Endgeräts. Hier kann der Adblocker zumindest ein wenig Abhilfe schaffen, auch Cookie-Blocker und weitere Privatsphäre- Einstellungen. Am besten ist es, man speichert sich die interessanten Websites in Lesezeichen.
Smart Assistants: Intelligente Assistenten sind gar nicht so intelligent, denn jede Anfrage geht, stromverbrauchend, über das Internet in ein Datenzentrum, um dort die geeigneten Informationen zu finden. Handlungsoption: Ok Google, Alexa oder Siri: Brauchen wir sie wirklich? Wenn wir wissen wollen, wie das Wetter wird, muss der Assistent die Tonaufnahmen analysieren und dann in irgendeinem Datencenter die passende Wetterprognose finden. Der datenschonendere und energieeffizientere Weg ist es, selbst die entsprechende Wetterprognose zu suchen. Oder einfach aus dem Fenster zu schauen ;)
Digitalisierung ist in aller Munde, das Thema Energieverbrauch durch Datenverkehr im Internet wird dabei aber kaum behandelt. Mit dem Projekt datenstrom unternehmen wir den Versuch, die Thematik einem breiterem Publikum näher zu bringen und zu Diskussionen anzuregen. Was möchten wir erreichen? Den Energieverbrauch der IT mehr in den Fokus unserer Aufmerksamkeit rücken. Ein Bewusstsein für die Thematik schaffen und dazu beitragen, Energie zu sparen durch sinnvolle Nutzung digitaler Angebote. Abstrakte, „nicht sichtbare“ Phänomene wie elektrischen Strom und Daten erfahrbar machen. Wen adressieren wir? Wir adressieren in erster Linie die Zivilgesellschaft, um eine Diskussionsbasis zu schaffen und das Thema einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Im Rahmen einer interaktiven Ausstellung erfahren die Besucher*Innen mehr über den Energieverbrauch des Internets, Zukunftsprognosen und wieso der steigende Datenverkehr zu einem immer größeren Problem wird. Mithilfe von Vergleichen, interaktiven Elementen und einem Rahmenprogramm aus Vorträgen und Diskussionsrunden entsteht ein spannendes Erlebnis für die Besucher*Innen. Die Ausstellung befindet sich in der Planungsphase und wird vermutlich im Mai oder Juni 2019 in Braunschweig stattfinden. Alle Infos zur Ausstellung und zum geplanten Eröffnungstermin werden hier online gestellt.
Hier erfahren Sie alles über kommende Ausstellungen und Events:
datenstrom @ sustainability slam Frühlingserwachen, Wilhelmsburg wird grüner 05.05.2019 | Inselpark Hamburg

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